Juli 13, 2015claude

Der Kaffee auf Madagaskar

Kaffee aus Madagaskar

Madagaskar und die erlesenen Bohnen

Zahlreiche Pflanzen gedeihen in Madagaskars tropischen Klima besonders gut. Die Landwirtschaft nimmt somit einen wesentlichen Teil des Lebens der Bevölkerung auf Madagaskar ein. Neben Luxusgütern wie Vanille, Edelkakao, Pfeffer und Gewürznelken, spielt auch der Anbau und die Weiterverarbeitung von Kaffee eine große Rolle in Madagaskar. Mit Liebe und Sorgfalt wird der Kaffee der roten Insel noch heute kaum maschinell verarbeitet. Wie die meisten landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf Madagaskar wird der Kaffee in erster Linie von Kleinbauern ohne den Zusatz von künstlichen Düngern auf kleinen Flächen im Schatten anderer Pflanzen angebaut. Die Kaffeekirschen werden hier erst dann einzeln geerntet, wenn sie reif und rot sind. Die ausgelösten Bohnen werden danach auf einer Metallplatte über dem Holzkohlen-Feuer geröstet und mit großen, hölzernen Mörsern zerstampft.

Sorten und Anbau des madagassischen Kaffees

Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts führte der französische Siedler André Michaux die Kaffeepflanze nach Madagaskar ein und baute auf seinen Ländereien nahe Tamatave Arabica Kaffee an. Da das Klima dieser Küstenregion den Kaffeepflanzen nicht die optimalen wuchsbedingungen bot, wurden die Plantagen ins Hochland verlegt. Auch wenn das Klima dort weitaus günstiger war, scheiterte dieser erste Versuch den Kaffee auf der roten Insel zu kultivieren, da die Art zu anfällig für Pilze und Parasiten war. Erst als von der Nachbarinsel Réunion die resistentere Art Coffea Liberica eingeführt wurde, konnte sich der Anbau von Kaffee auf Madagaskar etablieren. Auch der Kouliou aus Kongo wurde einige Zeit auf Madagaskar angebaut, setzte sich aber nicht durch.

Der besonders beliebte Arabica Kaffee, der sich durch sein edles Aroma auszeichnet wird heute in erster Linie in Madagaskars Hochland angebaut. Die kontrastreichen Jahreszeiten mit Temperaturen zwischen 18° und 24°C, liefern der Pflanze optimale Bedingungen viele Kirschen zu bilden. Der hitzebeständigere Robusta Kaffee (Coffea Canephora) hingegen kann auch entlang der Ostküste angebaut werden, wo die Durchschnittstemperaturen zwischen 24° und 26° liegen.