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Bora

Im westlichen Teil Madagaskars rund 35 Kilometer von Antsohihy entfernt, liegt mit einer Größe von rund 50 Quadratkilometern das Spezialreservat Bora. Degradierter Sekundärwald, Savanne und trockener Laubwald bilden die häufigsten Vegetationsarten in Bora. Das ausnehmend flache Gelände, welches nur hin und wieder von einigen Hügeln vulkanischen Ursprungs durchbrochen wird, repräsentiert in gewisser Weise eine Art Übergangszone, in denen sich die trockene Savanne der westlichen Region mit Trockenwäldern und einigen feuchten Gebieten der östlichen Region vereint.In dieser Schutzzone existieren deshalb auch zwei stark entgegengesetzte Jahreszeiten: Während es in der von November bis April dauernden Regenzeit warm und feucht ist, trocknen während der kühleren Trockenzeit zwischen Mai und Oktober viele Flüsse der Region aus. Wenn Sie Bora einen Besuch abstatten möchten, erreichen Sie das Reservat von den Dörfern Antsohiny, Bealanana oder Befandriana aus mit dem Auto über eine eher schlechte Straße. Im Park selbst ist es möglich zu campen, weitergehende Übernachtungsmöglichkeiten gibt es allerdings nicht. Wenn Sie vorhaben Ihr Lager direkt im Reservat aufzuschlagen, müssen Sie alle dafür notwendigen Utensilien selbst mitbringen. Alternativ können wir Ihnen als Übernachtungsmöglichkeit aber auch eines der einheimischen Hotels in der Nähe von Bora empfehlen. Die verschiedenen im Reservat aufeinandertreffenden und teilweise stark unterschiedlichen Ökosysteme bieten zahlreichen Lebewesen einen abwechslungsreichen und vielseitigen Lebensraum. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass sich allein sechs Lemurenarten, sechs Nagerarten und 48 verschiedene Vogelarten in diesem Gebiet beobachten lassen. Hinzu kommen Krokodile, Schildkröten und Chamäleons. Auch die Pflanzenwelt ist in Bora sehr vielseitig und umfasst rund 300 verschiedene Pflanzenarten, die bislang identifiziert wurden.

Wie in vielen Reservaten auf Madagaskar droht jedoch auch den verschiedenen Ökosystemen in Bora Gefahr von außerhalb. Zum einen werden vielerorts wirtschaftlich gewinnbringendere Pflanzen eingesetzt, welche die einheimische Vegetation nach und nach verdrängen. Überdies sind Brandrodungen sowohl in der Gegend um das Reservat wie auch in einigen Teilen des Reservats selbst noch immer an der Tagesordnung. Dabei werden die so freiwerdenden Flächen keineswegs nur für die Landwirtschaft oder den Reisanbau genutzt. Vor allem die Zebu-Herden brauchen viel Platz für Weideflächen und bedrohen die Fauna und Flora in Bora dementsprechend stark. Als weiterer Punkt wird leider auch immer wieder festgestellt, dass zahlreiche Tiere Wilderern zum Opfer fallen, die es auf das Fleisch von Säugetieren und auch Reptilien abgesehen haben. Bora als Spezialreservat bedarf daher eines besonderen Schutzes, damit die atemberaubende Artenvielfalt in diesem Reservat noch möglichst lange erhalten bleiben kann.

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